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Unsere Sprache ist Schweizerdeutsch!

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Nach dem Zürcher Volksschulgesetz müssen unsere Kleinen obligatorisch mit 4 Jahren in den Kindergarten und dort bereits während der Hälfte der Zeit hochdeutsch reden. Weshalb? Man schwafelt von besseren Integrationsmöglichkeiten für Ausländerkinder. Warum soll ein fremdsprachiges Kind besser und schneller integriert sein, wenn es im Kindergarten hochdeutsch sprechen muss? In Pause und Freizeit sollte es ja mit den Schweizer Kindern sprechen können.

Schweizerdeutsch – Unsere Muttersprache

Die Situation in der Schweiz ist nicht mit andern europäischen Ländern zu vergleichen: Über 20% der Schweizer Bevölkerung sind Ausländer verschiedenster Sprachen, bei den Kindern sind es noch mehr, ja, ausserhalb ausgesprochen ländlicher Gebiete sind Schweizer Kinder in Schulklassen oft in der Minderheit. Leider können auch viele Eingebürgerte und ihre Kinder das Schweizerdeutsche nicht sprechen.

Umso wichtiger ist es, dazu Sorge zu tragen. Doch statt selbstbewusst zum Schweizerdeutschen zu stehen, lassen wir uns täuschen von wohltönenden Worten wie: Harmonie, Toleranz, Chancengleichheit und scheuen die Mühe, diese Schlagworte zu hinterfragen. Bestehen wir darauf, in unserem Land unsere Sprache zu sprechen!

Schweizerdeutsch – Unsere Eigenart

Es geht um unsere Eigenart! Unsere Kinder brauchen mit den Werten, die wir ihnen weitergeben, auch die Muttersprache, damit sie Wurzeln bilden können. In der Muttersprache sollen sie sich nicht nur im täglichen Leben ausdrücken können. Sie müssen auch ihre Gefühle und Gedanken weitergeben können. Da geht es ums Gemüt. Darum lernen unsere Kinder Mundart-Lieder und -Gedichte im Kindergarten. Stellen Sie sich vor, Sie reden mit Ihrem Säugling hochdeutsch, obwohl das Schweizerdeutsche Ihre Muttersprache ist. Jetzt merken Sie sofort, was gemeint ist. Ihre Gefühle dringen gar nicht durch, und der Säugling reagiert auch nicht.

Es ist wichtig, dass das Kind lernt, sich in allen Belangen mit Worten auszudrücken. Ich bin überzeugt, dass Menschen, die sich mit Worten verständlich machen,  zur Wehr setzen und ihre eigene Stellung behaupten können, nicht gewalttätig werden. Aber dieser Austausch mit Worten muss gelernt werden. Eltern müssen es vormachen, im Kindergarten sollen es die Kinder üben.

Das alles gilt auch für die Ausländerkinder: Sie sollen ihre eigene Sprache richtig reden und lernen, Gefühle und Gedanken auszudrücken. Wurzeln kann man nur in einer Sprache bilden. Schweizerdeutsch und Schriftdeutsch lernen sie später schnell dazu. Im Kindergarten ist ihnen die Mundart, unsere Landessprache, zuzumuten, ab der Primarschule sprechen und lernen sie wie alle anderen schriftdeutsch.

Eine gemeinsame Sprache, in der man auch Gefühle ausdrücken kann, ist für zwischenmenschliche Beziehungen unbedingt nötig. Und für eine funktionierende Gesellschaft unerlässlich.

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